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Geschichtliche Daten der Pro City
Gründungsjahr Pro
City 1969
Einführung
Fussgänger-Zone 1972
Einführung eines Weihnachts-Abendverkaufes 1959
an 4 Donnerstagabenden ab letzter Woche November, jeweils bis 21 Uhr.
1. City Märkt 29. August 1970
Einführung
Abendverkauf 1976
Abendverkauf jeweils letzten Donnerstag im Monat, bis 21 Uhr.
Sukzessive Einführung eines wöchentlichen Abendverkaufes, jeweils Donnerstags bis 21 Uhr.
Nach etwelchen Aenderungen und Anpassungen, ab Sommer 2001 Donnerstags bis 20 Uhr.
Parkhaus Herrenacker (1972 - 2001)
Forderung der Pro City in Zusammenhang mit der Einführung der Fussgängerzone 1972!
Teileröffnung Parhaus Herrenacker 30. Oktober 2001
Ganz-Eröffnung 27.
April 2002
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Geschichte der Pro City Schaffhausen
Die Gründungsversammlung fand an einem Freitag statt. Schon tags darauf
am 21. Juni 1969 gratulierten die „Schaffhauser Nachrichten“ dem Verein
postwendend „zu seiner Geburt“; der „Akt“ schrieb Redaktor Urs Bächtold
überdies, ging fast problemlos über die Bühne – fast: Denn im Laufe des
Abends zeigte sich, dass mit den Vorstandsmitgliedern wohl die
„Schiffsbesatzung“ an Deck war, ein „Kapitän für das Vereinsschiffchen“
aber fehlte. Nach „langem Hin und Her“ übernahm schliesslich Hans
Glarner den Posten, wenn auch, wie Urs Bächtold vermerkte, „ohne grosse
Begeisterung“.
Von der Kaufleutenzunft zur „Pro City“
Wenn auf einem Gebiet das Sprichtwort zutrifft, dass nichts
beständiger sei als der Wandel, dann ist es sicher der Handel. Nur ein
kurzer Blick zurück (nicht im Zorn) in die Vergangenheit zeigt uns die
gewaltigen Umwälzungen in den letzen 200 Jahren im Hinblick auf die
Versorgung der Menschen mit Gütern des täglichen und weniger
alltäglichen Bedarfs. Hatten bis Ende des 18. Jahrhunderts die Zünfte
das Sagen, so löste am 19. Oktober 1798 ein Gesetz der Helvetischen
Republik auf der Landschaft Jubel und Begeisterung aus, denn „alle
Gewerbe und Industrien sollen in Helvetien frei und aller Zunftzwang
aufgehoben sein“. Die bisher durch das Wirtschaftssystem Privilegierten
sahen sich ihrer Vorrechte beraubt und unliebsamer Konkurrenz
ausgesetzt. Das politische Hickhack um die Freiheit in der Ausübung
eines Gewerbes oder einer Handelstätigkeit. Die Kantonsverfassung von
1852 schaffte das Zunftsystem entgültig ab, und 1855 trat ein
Gewerbegesetz in Kraft, das allen Kantonsbürgern und im Kanton
niedergelassenen Schweizern die freie Berufsausübung gestattete.
Neue Freiheit
Diese neue Freiheit wurde dann auch von vielen genutzt. Die Gründung
von Gewerbevereinen und im Jahre 1914 der Zusammenschluss der Kaufleute
in der Stadt waren die Folge einer Erscheinung, die Dr. Kurt Bächtold
in seiner Wirtschaftsgeschichte des Kantons Schaffhausen wie folgt
beschrieb: „Wenn einer in seinem Beruf faillierte, so tat er einen
Laden auf.“ 1919 waren in der Stadt Schaffhausen 117 Einzelhändler in
den „Vereinigten Kaufleuten“ zusammengeschlossen, daneben noch 150
Gewerbetreibende im Gewerbeverband. Das Aufkommen der ersten richtigen
Warenhäuser, die Wirtschaftskriese der Dreissigerjahre rüttelten
Gewerbe und den selbständigen Detailhandel auf. In einer eindrücklichen
Selbstdarstellung schaffte die Gewerbeausstellung 1937 auf dem
Herrenacker, im Stadttheater, im Kornhaus (das heute Haus der
Wirtschaft) wieder Vertrauen in die eigene Kraft. Trotzdem stand die
Zeit nicht still, und die Expansion der ferngesteuerten Grossbetriebe
schaffte neue Probleme.
Schaffhausen als Zentrum
Besonnene Köpfe sahen diese Probleme, und im Mai 1964 sassen Vertreter
des Detaillisten-Verbandes und einer Interessengemeinschaft der Waren-
und Kaufhäuser an einem Tisch, um als „Arbeitsausschuss“ Massnahmen zu
erarbeiten, „Schaffhausen als Geschäftszentrum zu erhalten und zu
fördern“, zu diesem Zwecke auch die Zusammenarbeit zwischen den
Detailhandelsbetrieben aller Art zu fördern und gemeinsame Werbe- und
Goodwill-Aktionen zu veranstalten.
Von Anfang an war den Initianten bewusst, dass sie die Bereitschaft der
Behörden, sie in ihrer Absicht zu unterstützen benötigen. Andererseits
war dem Stadtrat rasch klar, dass ohne den Willen des Detailhandels
manches, was er vor allem auf dem Gebiete des innerstädtischen Verkehrs
tun musste, nicht so leicht realisierbar wäre. Wenn wir Strassenszenen
aus jener Zeit betrachten, so stehen uns heute die Haare zu Berge, es
musste also dringend etwas geschehen!
Der „Arbeitsausschuss“ packte die Lösung der Probleme mit frischem Elan
an, und schon im Februar 1965 begibt sich eine Delegation (auf eigene
Kosten) auf eine Studienreise in neue Einkaufszentrum Main-Taunus bei
Frankfurt am Main. Im Mai besuchte eine Behördendelegation aus Konstanz
die Stadt Schaffhausen, um mit Stadtrat, Stadtingenieur und dem
Arbeitsausschuss, der sich inzwischen den Namen „Pro City“ gegeben hat,
innerstädtische Verkehrsprobleme zu diskutieren.
„Grosser Bruder“ Warenhaus
Mehr und mehr zeigte es sich, dass der Detaillistenverband die ihm
zugedachte Aufgabe der „Wahrung und Förderung der Interessen des
Detailhandels“ im Alleingang nicht erfüllen konnte. Der
„Arbeitsausschuss“ hatte in den fünf Jahren seiner Tätigkeit die
Zweckmässigkeit bewiesen, die Zusammenarbeit der verschiedenen
Detailgeschäfte (grosse und kleine) funktionierte dank einer grossen
Loyalität bestens. Es war die logische Folge, alle Detailgeschäfte in
einer gemeinsamen Organisation zu vereinen. Allerdings war da und dort
diese Einsicht noch nicht vorhanden (auch heute gibt es noch
Abseitsstehende…), einige Mitglieder des Detaillistenverbandes hatten
Angst, sich mit „dem grossen Bruder“ Warenhaus an einen Tisch zu
setzen. Mit bewegten und mahnenden Worte wurde an ihre Einsicht
appelliert:
„Jetzt gilt es, für den selbständigen Fachhändler aus seiner
grossväterlichen Reserve oder Antipathie herauszutreten und sich zur
Lösung der grossen Probleme mi seinem wirtschaftlichen Konkurrenten
(heute spricht man vom Mitbewerber) nach dem Motto „Einer für alle –
alle für einen“ an den gleichen Tisch zu setzen. Eine City ohne
Warenhäuser ist schlicht unmöglich und würde auch für den Fachhandel
ihren Wert verlieren. Unter diesem Gesichtspunkt sollte man deshalb die
Warenhäuser nicht nur als Konkurrenten des Fachgeschäftes betrachten,
denn beide Geschäftstypen bieten in einer Art qualitativem
Ergänzungsverbund ein verschiedenartiges Sortiment und vor allem
unterschiedliche Leistungen an. (Wohl hat im letzten Jahrzehnt – dieser
Artikel wurde im Sommer 1994 geschrieben – eine teilweise
Sortimentsannäherung stattgefunden, aber die beiden Geschäftstypen gibt
es immer noch und dies wird auch so bleiben.)
Der Verbraucher sucht in der Stadt Schaffhausen beides: Fachgeschäft
und Warenhaus. Wenn sich der einsichtige Einzelhändler (und die
einsichtige Einzelhändlerin) zu dieser Einsicht durchgerungen hat, ist
der Weg frei zur Erkenntnis, wo seine (ihre) spezifischen Leistungen
liegen können und liegen sollen. Die Sorge um die Erhaltung unserer
Stadt und der City als Einkaufszentrum muss unsere gemeinsame Sorge
sein! Lassen wir es nicht soweit kommen, dass die
Detailhandels-Grossbetriebe eine Absetzbewegung auf die grüne Wiese
einleiten. Helfen wir mit, dass ihr jetziger Standort gut bleibt, dann
ist es auch der unsrige.“
Der Appell wurde verstanden: Am Freitag, dem 20. Juni 1969 fand um
19.30 die letzte Generalversammlung des Detaillistenverbandes der Stadt
Schaffhausen, und um 20.15 Uhr die Gründungsversammlung der „Pro City“
statt.
(Dieser Artikel vom Gründungsmitglied Eugen Wehrli stammt aus der
Sonderpublikation „25 Jahre Pro City Schaffhausen“ vom 17. Juni 1994 in
den Schaffhauser Nachrichten)
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„Zünftiges“ Denken nicht mehr gefragt
Hatten sich die „Vereinigten Kaufleute“ (ab 1946: Detaillisten-Verband)
„die Wahrung und Förderung der Interessen des Detailhandels“ auf ihre
Fahne geschrieben und deshalb die Mitgliedschaft von Warenhäusern und
Filialgeschäften ausgeschlossen, so liess sich dies im Hinblick auf die
tiefgreifenden Veränderungen in der Detailhandelslandschaft nicht mehr
praktizieren. Stichworte wie Ruhetagsgesetz, Ladenöffnungszeiten,
Abendverkauf, Marktwesen, Verkehrsregelung in der Altstadt (rollender
und ruhender Verkehr) mögen aufzeigen, dass eine standespolitische
Vereinigung, die marktstarke Mitbewerber von der Mitgliedschaft
ausschliesst (mit Verachtung staft), bei Behörden und politischen
Gremien keine alleinige Anhörung findet. Zünftiges Denken musste
überwunden werden!
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